Studium Pflege / Pflegewissenschaft / Pflegemanagement
Als Teil der Gesundheitswirtschaft steht auch der Bereich Pflege unter dem Druck der strukturellen Veränderungen. Die Pflegeeinrichtungen müssen sich zunehmend nicht nur im fachlichen Bereich, sondern auch in der Kosteneffizienz messen lassen. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten soll die Qualität der Versorgungsleistungen deutlich verbessert, gleichzeitig aber aufgrund von immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen die Leistungen wesentlich effizienter und effektiver als bisher erbracht werden.
Um diese Herausforderungen anzunehmen und umzusetzen, fehlen vielen Pflegeeinrichtungen die qualifizierten Mitarbeiter. Der Bereich der Pflege hat in den letzten Jahrzehnten zu wenig für die Qualifizierung seiner Angestellten getan, so dass es einen Mangel an Arbeitnehmern mit akademisch gut ausgebildetem Know-how gibt, um Pflegeheime und -dienste, Altenhilfe, Rehabilitationseinrichtungen und weitere Dienste der Pflegebranche fit für die Zukunft zu machen. Dementsprechend herrscht hier ein großer Bedarf an Nachwuchsführungskräften. Die Hochschulen haben sich in den letzten zehn Jahren dieses Problems angenommen und neue Studiengänge genau für diesen Bereich der Gesundheitswirtschaft entwickelt. Fachlich ist die Pflegewissenschaft dabei den Sozialwissenschaften zugeordnet und umfasst die Bereiche der Pflegepraxis, Pflegetheorie und Pflegeforschung
Das Pflegestudium
Ein Studium im Bereich Pflege, z.B. Pflegemanagement oder Pflegewissenschaften, bereitet die Studierenden auf das Lösen komplexer Management- und Expertenaufgaben in pflegerischen Versorgungsbereichen oder eine Beschäftigung in der Pflegeforschung oder im Gutachterwesen vor. Dazu werden in den Vorlesungen verschiedenste Inhalte gelehrt.
Pflege Studiengänge kann man in Deutschland an Universitäten und Fachhochschulen studieren, wobei die Fachhochschulen klar in der Überzahl sind. Unter den FHs befinden sich auch einige Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft. Die grundlegenden Voraussetzungen, um ein Studium wie Pflegemanagement oder Pflegewissenschaften aufzunehmen, sind die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) bzw. die Fachhochschulreife. Die Studienplätze werden nicht anhand eines Numerus Clausus (NC) vergeben, sondern die Hochschulen wählen ihre Studierenden mit Hilfe von Testverfahren aus. Eine weitere Grundvoraussetzung, um ein Pflegestudium beginnen zu können, ist das Ableisten mindestens eines Praktikums vor Studienbeginn. Teilweise wird sogar eine abgeschlossene Ausbildung, z.B. als Krankenschwester oder -pfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger oder Hebamme/ Entbindungspfleger verlangt. Damit man auch seinen favorisierten Studienplatz erhält, sollte man sich als Studieninteressent also rechtzeitig, d.h. mindestens 8-12 Monate vor Studienbeginn, über die Bedingungen der jeweiligen Uni oder FH informieren.
Ein Pflegestudium ist sehr praktisch angelegt, daher stammt sicherlich auch die Konzentration bei den Fachhochschulen. Im Studienverlaufsplan sind Praktika und/oder Praxissemester eigentlich immer fest Bestandteil. So soll den Studierenden ermöglicht werden, ihre theoretischen erlangten Kenntnisse direkt in der Pflegewissenschaft oder im Pflegemanagement in die Praxis umsetzen zu können und weitere Erfahrungen zu sammeln. Dadurch wird natürlich auch einem Praxisschock nach Studienende vorgebeugt.
Für diejenigen, für die ein Vollzeitstudium nicht in Frage kommt, sind in den letzten Jahren vermehrt berufsbegleitende Studienangebote entwickelt worden. Ein berufsbegleitendes Studium bzw. Fernstudium ist mindestens so hoch angesehen wie ein erfolgreich abgeschlossenes Vollzeitstudium. So wird es Berufstätigen ermöglicht, Arbeit und Studium zu kombinieren und sich neben dem Beruf neue Karrierechancen zu erschließen.
Inhalte im Pflegestudium
Ein Pflegestudium (zu finden u.a. unter Studiengangsnamen wie „Pflegemanagement“ oder „Pflegewissenschaft“) vermittelt ein breitgefächertes Wissen aus verschiedensten Bereichen. Es bereitet den Studierenden den wissenschaftlichen Zugang zum Bereich Pflege und ist gleichzeitig auf praktische Kompetenzen der Pflege ausgerichtet. Da dieser Bereich vielfältige Anforderungen an die Beschäftigten stellt, sind auch die Studieninhalte breit gefächert.
Dazu gehören Vorlesungen aus den Bereichen
- Human- und Biowissenschaften
- Pflegeforschung
- Gerontologie
- Methoden der Diagnostik, Therapie und Betreuung
- Psychologie
- Soziologie
- Pädagogik
- Qualitäts- und Projektmanagement
- Grundlagen der Rechtswissenschaften
- Wirtschaftswissenschaften
Der Aufbau des Studiums ist dabei meist wie folgt: In den ersten Semestern werden die Grundlagen von Forschung und Pflegewissenschaft sowie des Managementhandelns vermittelt. Danach können sich die Studierenden in den höheren Semestern durch die Wahl individueller Schwerpunkte so spezialisieren, wie sie es für sich und einen erfolgreichen Berufseinstieg wünschen. Neben den erwähnten Praxisphasen steht zum Ende des Studiums dann das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit, der Bachelor- oder Master-Thesis, an.
Berufsfelder und Tätigkeiten nach dem Studienabschluss
Ein Pflegestudium, also z.B. der Studiengang Pflegemanagement oder Pflegewissenschaften, bedient die steigende Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften innerhalb der Gesundheitswirtschaft. Je nach persönlicher Schwerpunktlegung im Studium ergeben sich für die Absolventen Beschäftigungsfelder in
- Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens (Alten- und Altenpflegeheimen, Rehabilitationskliniken, etc)
- Verbänden der Sozialversicherungsträger
- Hochschulwesen
- privaten und gesetzlichen Krankenkassen sowie deren Verbänden
- Städten und Kommunen (Gesundheitsbehörden)
- der Entwicklung und Realisierung betrieblicher Gesundheitsförderung und Personalpflege
- uvm.
Weitere Tätigkeitsbeschreibungen findest du in unserem Artikel „Einsatzgebiete und Berufsfelder“.


