Das Motivationsschreiben ‒ wie sollte es aussehen?
Vielleicht hast du dich auf den Webseiten einiger Hochschulen umgesehen, die Studiengänge im Bereich Gesundheitsmanagement anbieten, und es dabei schon festgestellt: Das „Motivationsschreiben“ gehört häufig zu den angeforderten Bewerbungsunterlagen. Selbst wenn es nicht explizit verlangt wird, solltest du es deiner Bewerbung beifügen. Warum dies so ist und was in dieses Schreiben hineingehört, erfährst du hier. Übrigens, über das Bewerbungsverfahren im Allgemeinen informiert dieser Beitrag.
Die Beweggründe erläutern
Das Motivationsschreiben wird besonders bei Studiengängen verlangt, die an ein Auswahlverfahren gebunden sind. Da die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze begrenzt ist, entscheidet es, zusammen mit den weiteren Faktoren, über die Annahme der Bewerberinnen und Bewerber. Außerdem möchte jede Hochschule natürlich sichergehen, dass die angenommenen Kandidaten das Studium auch mit vollem Einsatz durchziehen. Der Mensch bleibt eher mit Leib und Seele bei einer Sache, wenn er wirklich davon überzeugt ist. Daher wird die eigene Motivation zunehmend in Bewerbungsverfahren geprüft. Es geht in diesem Schreiben also vor allem um die Fragen, warum es ausgerechnet dieser Studiengang sein soll und weshalb man der Ansicht ist, besonders dafür geeignet zu sein.
Worte statt Daten
Die üblichen Unterlagen wie Abschlusszeugnis und Lebenslauf sagen schon einiges über den Bewerber aus ‒ aber längst nicht alles. Schulnoten sind Zahlen, die zwar etwas über Befähigungen in bestimmten Bereichen verraten, jedoch nichts über beispielsweise Hobbys oder ehrenamtliche Aktivitäten, die förderlich für das Studium und die damit verbundene Berufswahl sein könnten. Wer beispielsweise schon als Kind beim Jugendrotkreuz aktiv war, kann dies wunderbar im Motivationsschreiben als einen Beweggrund für das Studium im sozialen Bereich/Gesundheitswesen anführen. Zwar können solche Erfahrungen (genauso wie Praktika) auch im Lebenslauf erwähnt werden, doch diese tabellarische Auflistung bietet kaum Raum für weitere Erklärungen. Im Motivationsschreiben dagegen kannst du ergänzend beschreiben, was solche Aktivitäten dir bedeuten und inwieweit sie zu deiner Entscheidung beigetragen haben.
Neueste Erkenntnisse einbringen
Einen besonderen Vorteil bietet das Motivationsschreiben allen Bewerbern, die nach dem Abitur zunächst einen anderen Weg eingeschlagen, sich also erst später für ein Studium entschieden haben oder Menschen, die sich für ein Zweitstudium bzw. weiterqualifizierendes Studium (Master) bewerben möchten: Seit dem Schulabschluss kann sich einiges geändert haben. So lassen sich vielleicht Argumente finden, weshalb man trotz der einen oder anderen schlechteren Note für das Studium qualifiziert ist. Wer etwa in Biologie und Chemie schwach war, nun aber unbedingt Gesundheitswissenschaften studieren möchte, könnte erklären, z. B. durch verschiedener Praktika oder autodidaktische Weiterbildung nun den Zugang zu diesen Fächern gefunden zu haben.
Persönlichkeit zeigen
Das Motivationsschreiben ist also ein Mittel zur individuellen Selbstdarstellung. Noch bevor ein persönliches Vorstellungsgespräch vor Ort erfolgt, gewinnt die Hochschule bzw. der Personalchef einen Eindruck von dem Menschen hinter den Bewerbungsunterlagen. Wenn es ums Ganze geht, kann dieses Schreiben auch den Vorsprung im Auswahlverfahren bedeuten. Bei zwei Bewerbern mit ansonsten vergleichbarer Qualifikation würde wohl jeder die Person bevorzugen, die ihren Studien- oder Berufswunsch überzeugender vertreten kann. Falls das Motivationsschreiben eine freiwillige Ergänzung ist, kann schon die Tatsache, dass sich jemand trotzdem die Mühe gemacht hat, einen Pluspunkt gegenüber Kandidaten bedeuten, die nur das Allernötigste einreichen.
So sollte das Schreiben aussehen …
Ein Motivationsschreiben lässt sich relativ leicht verfassen, da es hierfür keine strengen Vorgaben gibt. Allerdings verrät der Text natürlich Einiges über die sprachlichen Kompetenzen des Bewerbers und die Frage, ob das strukturierte Denken seine Sache ist ‒ beides Fähigkeiten, die in jedem Studiengang benötigt werden, besonders bei universitären Studiengängen, in denen das wissenschaftliche Arbeiten ein noch größeres Gewicht hat. Wer also einen klar gegliederten Text mit aussagekräftigen Formulierungen vorlegt, hinterlässt einen positiveren Eindruck als jemand, der ein Satzchaos (womöglich noch gespickt mit Schreibfehlern) abliefert oder seine Gedanken nicht so recht auf den Punkt bringt. Das Motivationsschreiben sollte nicht länger als ein bis zwei DIN A-4 –Seiten ausfallen. Sein Platz in den Bewerbungsunterlagen ist an dritter Stelle, also nach Anschreiben und Lebenslauf.
… und das gehört hinein
Kernthema des Schreibens ist der Studiengang, möglichst schon mit der konkreten Vorstellung des weiteren beruflichen Werdegangs. Dabei sollte deutlich werden, dass du dich eingehend mit den Inhalten des Studiums und der anbietenden Hochschule beschäftigt hast. Dazu gehören zum Beispiel auch mögliche Vertiefungsrichtungen. So könnte man seine Beweggründe in etwa mit folgenden Worten beschreiben: „Da ich später gerne Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen möchte und diese Vertiefungsrichtung an ihrer Hochschule angeboten wird, würde der Studiengang Soziale Arbeit besonders gut passen.“ Doch Achtung, dies ist nur ein Beispiel und sollte nicht als Standardformulierung gesehen werden. Im Gegenteil, Schablonentexte sollte man im Motivationsschreiben vermeiden, da diese (zumindest bei populären Quellen) schnell auffallen können, weil zu viele Bewerber sie verwenden. Hier geht es schließlich um Individualität. Wer es schafft, seine persönlichen Interessen, Stärken und Ziele gelungen auf das angestrebte Studium zu beziehen, hat gute Karten.


