Die ersten Tage als Student(in)
Die Aufregung nimmt kein Ende: Auf die Suche nach dem passenden Studienplatz und das Bestehen des Bewerbungsverfahrens folgt meist nahtlos die Immatrikulation. Diesen Schritt in eine neue Phase bezeichnen viele rückblickend als eines der wichtigsten Ereignisse ihres Lebens. Da sich die wohl meisten Menschen freiwillig für das Studium entscheiden, ist es eine rundum positive Sache. Dennoch, ein wenig mulmig kann einem angesichts der ersten Tage auf dem Campus schon werden, besonders, wenn sich die Hochschule in einer fremden Stadt befindet. Damit du dich schnell heimisch fühlst, haben wir hier die wichtigsten Tipps zusammengestellt.
Sich mental vorbereiten
Falsche Vorstellungen führen schnell zu Enttäuschungen. Wer zum Beispiel mit dem Studentenleben gemütliche Städtchen wie Heidelberg oder Göttingen verbindet oder die überschaubaren Seminare einer kleineren Fachhochschule, könnte sich an der Universität einer Großstadt schnell verloren fühlen. Daher ist es wichtig, sich vorab ein möglichst konkretes Bild der gewählten Hochschule zu machen, am besten durch einen persönlichen Besuch vor Semesterbeginn. Falls Du hierzu keine Gelegenheit hattest, helfen vielleicht Fotos aus dem Internet und
Erfahrungsberichte von Absolventen.
Es hilft, sich mental auf das vorzubereiten, was einen erwartet, etwa durch Gedanken wie „Ich werde von Hunderten neuer Gesichter umgeben sein, doch es geht allen anderen genauso wie mir.“ Übrigens haben auch die großen Hochschulen ihre Vorteile, da sie oft eine noch eine vielseitigere Infrastruktur und ein breiteres Angebot an Beratungsstellen bieten. Und mit der Zeit findet man auch in größeren Strukturen seinen Platz und seine Freunde.
Einführungsveranstaltungen
Spätestens bei den ersten Begrüßungsworten durch z. B. Vertreter der Fachschaften ist die erste Unsicherheit meist verflogen. An vielen Hochschulen zeigt man sich kreativ bei der Eingewöhnung der Erstsemester. In der Regel gibt es mindestens eine große Einführungsveranstaltung, oft sogar ein mehrtägiges Programm. Achtung: Diese Veranstaltungen finden meist vor Semesterbeginn statt. Wenn es auch verlockend sein kann, lieber noch einige Ferientage einzulegen, diese Gelegenheit solltest Du auf keinen Fall verpassen. Neben organisatorischen Informationen, die den Studienstart erleichtern, gibt es häufig ein abwechslungsreiches Kennenlern-Programm, das unter anderem eine Stadtführung oder eine Erstsemesterparty beinhalten kann.
Die passenden Infos herausfischen
Manche Einführungsveranstaltungen richten sich an alle neuen Studentinnen und Studenten, andere zielen auf z. B. alle Teilnehmer des Bachelorstudiengangs „Pflegewissenschaften“. Bei den Großveranstaltungen kann es daher vorkommen, dass nicht alle erteilten Infos gleichermaßen auf jeden zutreffen. Dennoch lohnt der Besuch, denn hier erfährt man zum Beispiel auch Allgemeines über die Hochschule und sieht die Einrichtung auch mal aus einem anderen Blickwinkel. Oft wird dabei Infomaterial verteilt, etwa ein Lageplan mit den Räumlichkeiten der Uni oder eine Liste mit wichtigen Terminen. Falls du Broschüren wie diese nicht automatisch erhältst, solltest du im Hochschulsekretariat danach fragen oder es dir von der jeweiligen Homepage herunterladen ? es wird dir noch gute Dienste leisten.
Auf Vorbereitungskurse achten
Je nach Studiengang können auch spezielle Kurse interessant oder gar Pflicht sein, die auf das Studium vorbereiten, zum Beispiel Sprachkurse oder die Möglichkeit, das Grundwissen in Fächern wie Mathematik aufzufrischen. Falls solche Kurse an die Zulassung zum Studium gebunden sind, wirst du es sicher bereits erfahren haben. Möglicherweise gibt es aber auch noch den einen oder anderen freiwilligen Kurs, der dich weiterbringen kann.
Die Fachschaften kontaktieren
Wenn du dich schon ein wenig in Internetforen zum Thema Studienstart umgesehen hast, bist du diesem Begriff wahrscheinlich bereits begegnet. Die Unterstützung der Fachschaften wird dort oft lobend erwähnt, und dies zu Recht: Die Vertreter aus höheren Semestern wissen noch genau, wie es ihnen selbst zu Studienbeginn ergangen ist und helfen den „Erstis“ in der Regel gerne weiter. Laut der Definition gehören zur Fachschaft übrigens alle Studenten eines Instituts, einer Fakultät oder eines Fachbereichs ? also auch du selbst, sobald du die Hochschule besuchst. Mit deiner Immatrikulation wirst du in den meisten Bundesländern automatisch Mitglied der jeweiligen Fachschaft. Oft betreiben diese Instanzen eine eigene Homepage. Die Fachschaft Gesundheitswissenschaften der Universität Osnabrück beispielsweise ist unter www.fachschaft-gesundheit-os.de zu finden.
Hochschulsport & Co.
Bei all dem Lernen darf der Ausgleich nicht zu kurz kommen. Obendrein sind Aktivitäten und Hobbys eine hervorragende Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich mit Menschen auf anderen Ebenen auszutauschen. Wirklich empfehlenswert ist in der Regel der Hochschulsport: Besonders die größeren Bildungseinrichtungen bieten oft ein Programm an, das kaum Wünsche offen lässt. In Hamburg etwa kannst du sogar Gerätetauchen lernen oder einen Segelkurs auf der Außenalster machen. Der monatliche Kostenbeitrag ist dem knappen Budget der Studierenden natürlich angepasst, wobei die materialintensiveren Kurse i. d. R. mehr kosten. Wer in einer neuen Stadt studiert, sollte die Gelegenheit nutzen, diese ausgiebig zu erkunden. Es tut gut, sich auch einmal außerhalb des Campus zu bewegen.
Hilfe und Unterstützung
Auch beim Beratungsbedarf haben sich die Hochschulen auf die Bedürfnisse der Studierenden eingestellt. Neben der zentralen Studienberatung gibt es Ansprechpartner an den einzelnen Fakultäten. Falls du dich in einer besonders schwierigen oder herausfordernden Lebenssituation befindest, kannst du dich an spezielle Stellen wenden wie zum Beispiel das Familienbüro, Frauenbeauftragte oder die Beratung für Studierende mit Behinderungen. Auch für besondere organisatorische Fragen gibt es meist eine eigene Anlaufstelle, etwa das Semesterticketbüro oder die Beratungsstelle des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA). Letzterer ist übrigens die politische Vertretung der Studenten und damit auch eine Möglichkeit, sich selbst zu engagieren. Beim Berufseinstieg nach dem Studium stehen der Career Service und die Berufsinformationszentren zur Seite.


